Wenn ein Tarifpartner keinen Plan hat

Auch die dritte und letzte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst endete ergebnislos. Nun folgt die Schlichtung.
dpa/Carsten Koall)Vieles kann man kritisieren, etwa dass acht Prozent mehr Geld plus drei freie Tage aus der Zeit gefallen sind oder dass man nicht schon vor dem Scheitern der Verhandlungen derart intensiv Kitas, Krankenhäuser und Müllabfuhr bestreiken sollte. Doch eines haben sich die Gewerkschaften wirklich nicht vorzuwerfen: dass sie für den Tarifstreit im öffentlichen Dienst keinen Plan hätten.
Wenn die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände tatsächlich, wie aus Verhandlungskreisen zu vernehmen, erst kurz vor Toresschluss ein Angebot auf den Tisch legte – und dies noch nicht einmal im Konsens aller Landesverbände –, dann wirft das die Frage auf, wie professionell man bei den Kommunen Tarifverhandlungen führt. Die Forderungen von Verdi und dem Beamtenbund liegen seit einem halben Jahr auf dem Tisch und jetzt heißt es, man habe nicht genug Zeit gehabt, sie durchzurechnen.
Ein paar Tage bleiben den Tarifparteien noch, um in der Schlichtung das Schlimmste abzuwenden. Danach drohen unbefristete Streiks – und sage keiner, er habe es nicht kommen sehen.