Es ist genug für alle da

Geht doch!
dpa/dpa Pool/Kay Nietfeld)Auch wenn unsere Sicherheit nicht mehr am Hindukusch verteidigt wird, fallen doch die Entscheidungen über Deutschlands Zukunft an fernen Gestaden. Dort, im afrikanischen Busch oder auf einer namenlosen Südseeinsel, hat sich nicht nur das Schicksal von Sahra Wagenknecht entschieden, der 13 435 auslandsdeutsche Stimmen zur Fünf-Prozent-Hürde fehlten. Sie kamen nie an, weil auf nichts mehr Verlass ist, nicht einmal auf die Post.
Nein, dort endete auch der Weg von drei Männern, die drei Jahre lang durch dick und dünn gingen und nun mehr oder weniger privatisieren. Christian Lindner hat schon Ade gesagt, Robert Habeck wird Hinterbänkler und auch Olaf Scholz hält sich hanseatisch vornehm zurück.
Oder täuscht die Wahrnehmung? Lindner hat ja in der letzten Plenardebatte vor der Bundestagswahl so etwas angedeutet. Hat von Paralleluniversen gesprochen, die Scholz entdeckt habe, weshalb ihm als zweitem Sozialdemokraten nach Willy Brandt der Nobelpreis gebühre.
Am Ende hat die Ampel nie aufgehört zu bestehen. Am Ende hat Scholz jenen Wahlsieg, von dem er bis zuletzt felsenfest überzeugt war, tatsächlich eingefahren. Am Ende nehmen Scholz und Habeck sogar ihren bisweilen renitenten liberalen Kumpel wieder zurück.
Dann wird doch noch alles gut. Zwei Kanzlerämter, zwei Weiße Häuser, vielleicht auch zwei Villen namens Reitzenstein. Es ist genug für alle da, man muss sich nicht streiten. Die einen gehen dorthin, wo der Pfeffer wächst, die anderen schießt Elon Musk auf den Mond.
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