Themen des Artikels
Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen
Wählen ist in Südbaden nicht nur Bürgerpflicht

Malte Braendlin von The Great Leslie Band könnte Deutschland in Basel beim Eurovision Song Contest vertreten.
dpa/Eibner-Pressefoto/Thomas Hess)Bislang war Baden-Württemberg bei der Verteilung von politischen Spitzenämtern recht gut vertreten. Der Gengenbacher Wolfgang Schäuble von der CDU oder die Sozialdemokratin Herta Däubler-Gmelin aus Tübingen, nur so als Beispiele. 1966 wurde Kurt Georg Kiesinger sogar Kanzler, später war der als „König Silberzunge“ bekannte Rhetoriker Abgeordneter für Waldshut, damals ein g’mähtes Wiesle für die CDU. Und dann hatten wir den Liberalen Theodor Heuss, als erster Bundespräsident eine eigene Gewichtsklasse.
Ja, der Südwesten hat große Namen zu bieten, nicht nur in der Politik, sogar beim Eurovision Song Contest gibt es einige. Etwa die 2017 verstorbene Rhein-Neckar-Soul-Röhre Joy Fleming. 1975 errang sie mit dem Titel „Ein Lied kann eine Brücke sein“ den drittletzten Platz, manche Dinge ändern sich nie. Überraschende achte Plätze schafften dagegen Michelle, die ihre Jugend in Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis verbracht hatte, oder Max Mutzke aus Waldshut-Tiengen. Michelle sang 2001 die Schlager-Hymne „Wer Liebe lebt“, Mutzke brachte 2004 die jazzige Ballade „Can’t Wait Until Tonight“.
Von Efringen-Kirchen nach Basel
Heuer hat The Länd erneut die Chance, Patenland des ESC-Beitrags zu werden, die deutsch-britische Band „The Great Leslie“ ist mit „These Days“ im deutschen Finale, das diesen Samstag entschieden wird. Gitarrist Malte Brändlin stammt aus Huttingen, einem Ortsteil von Efringen-Kirchen im zuletzt arg gebeutelten Kreis Lörrach. Dieser musste bei der Bundestagswahl ja auf eine Bundestagsvertretung verzichten, weil der CDU-Direktkandidat nach dem neuen Wahlrecht zu knapp gesiegt hatte.
Nun steht wieder eine Wahl an. Das Fernsehpublikum bestimmt am Samstag den ESC-Teilnehmer, und sagen wir mal so: In der Politik gerät ja arg Vieles ins Rutschen. Trotz seltener Ausnahmen kann es beim ESC in Basel dagegen nur besser werden. Also, liebe Südbadener, wenn es nicht für den Bundestag reicht, dann wenigstens für den ESC. Wählen gehen!