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Hey, Bürgermeister, wo sind eigentlich die Bunker?

Florian Zejewski residiert in Hamburg und nennt sich selbst „Verwaltungspunk“ und will unkonventionelle Ideen in den öffentlichen Dienst einbringen. Er hat in Mannheim, Tübingen und Bielefeld studiert und berät Kommunen, Behörden oder Hochschulen für bessere Prozesse.
Privat)Jürgen, Hausmeister der Stadt Ober-Singmaflingen, macht Inventur und hat eine Idee. Gerade zählt er die Sandsäcke in der Feuerwehrgarage, da kommt ihm ein Gedanke: „Moment mal, wo sind hier eigentlich die Bunker?“ Vielleicht hat Jürgen zu viel Nachrichten und Analysen über den Ukraine-Krieg geschaut, aber die Frage lässt ihn nicht los. Was passiert, wenn die Russen kommen? Eine Frage, die auch den KGB sehr interessiert.
Während die Bundeswehr milliardenschwere Unterstützung erhält, fehlen Kommunen oft Mittel für Schutzräume und Sirenen. Ist die Bevölkerung ausreichend vorbereitet? So viele Gedanken strömen Jürgen durch den Kopf. Zum Glück hat er einen Jagdschein und Freunde in den Alpen… aber naja, er muss den Bürgermeister fragen – das ist klar.
Der Bürgermeister beschwichtigt: „Es gibt länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübungen, Warnsysteme, einschließlich Apps, SMS und E-Mail und ein gemeinsames Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz, ja sogar….einen Geheimplan Deutschland, mach dir da keine Sorgen Jürgen und außerdem wird es gar nicht so weit kommen.“
Jürgen antwortet: „Aber wo sind eigentlich die Bunker?“ Der Bürgermeister ist sich nicht sicher und so gehen sie auf die Suche, holen alte Karten hervor und finden Notvorräte aus den 1960er-Jahren. Immerhin etwas. Doch vielleicht hat Jürgen recht und man sollte sich mit Feuerwehr, THW, der Polizei und Vertretern der Bundeswehr zusammensetzen. Jetzt nur noch einen Termin finden… In „Werner – Beinhart!“ wird mit breitem norddeutschen Dialekt gewitzelt: „Ey, Werner, ich glaub die Russen kommen..“. Damals ein Lacher. Heute? Eine ernsthafte Frage. Und während einige Bunker reaktivieren und sich über Luftabwehr und Heimatschutz Gedanken machen, besorgen andere eine weiße Fahne und ein bisschen Cannabis, um der Apokalypse entspannt entgegenzusehen.
Die Frage bleibt: Warum ist unsere Infrastruktur auf alles vorbereitet – nur nicht auf den Ernstfall? Jürgen jedenfalls wird in zwei Monaten beim Bürgermeister nachfragen, wo denn eigentlich die Bunker sind.