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Eine Wiege der Windenergie

Ulrich Hütter lehrte in Stuttgart und war auch als Berater der Weltraumbehörde NASA tätig. Schon früh beschäftigte er sich mit der Windenergie.

Ulrich Hütter war ein Pionier des Leichtbaus für Rotorblätter. Dieser Segler stammt von ihm und wurde in einer Flugausstellung gezeigt.

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Stuttgart. Karl von Drais, Carl und Berta Benz oder Robert Bosch: Viele Namen stehen für die Innovationskraft im deutschen Südwesten. Ein deutsch-österreichischer Professor namens Ulrich W. Hütter hätte von der Schwäbischen Alb aus den Siegeszug der Windenergie durch ganz Deutschland und Europa starten können, wäre deren Entwicklung nicht in den Siebziger Jahren wegen der hoch subventionierten Atomkraft zum Erliegen gekommen.

Hütter hatte sich zwischen 1938 und 1943 im Auftrag der NSDAP mit der Windenergie befasst, bis die Arbeiten zugunsten der Kriegsindustrie zurückgefahren wurden.

Firma Allgaier produzierte und exportierte aus nach Übersee

Nach 1945 war es einschlägigen Unternehmen durch die Alliierten untersagt, Flugzeuge zu bauen. Die Erkenntnisse über Rotoren, Flügel und alles, was dazu gehört, wurden unter anderem von Allgaier in Uhingen zusammengeführt und in den Fünfziger Jahren in Serie produziert und exportiert, auch nach Übersee. Eine große Anlage stand bis Ende der Sechzigerjahre auf der Schwäbischen Alb, eine zweite auf dem Feldberg im Schwarzwald.

Da war Hütter schon Professor in Stuttgart, anerkannt als Pionier des Leichtbaus für Rotorblätter, als Ästhet und als Berater der amerikanischen Weltraumbehörde NASA. Den Boom jedoch lösten andere aus. Zwar interessierte sich Willy Brandts sozialliberale Bundesregierung in der ersten Ölkrise noch für das Thema. Die erste Großanlage in Schleswig-Holstein musste nach vier Jahren aber wieder abgebaut werden, während in Dänemark und in Kalifornien dank Förderung für Windkraft Tausende von Anlagen errichtet wurden.

Hütter: Windräder lohnen sich nicht nur im Flachland

Hütter blieb bis 1980 Professor und immer überzeugt davon, dass Windräder lohnend sind, nicht nur im Flachland. Vor fast 30 Jahren wurde ein Testfeld im Landkreis Göppingen nach ihm benannt. Und die Uni Stuttgart hütet bis heute ein altes Rotorblatt wie einen Schatz. (bjhw)

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